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 Kapitel 1

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Heather McCartney
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Alter : 19

BeitragThema: Kapitel 1    Mo März 28, 2016 10:45 pm

Draußen war es noch dunkel als ein Geräusch ertönte. Das Geräusch eines Weckers. In einer Ecke des Schlafzimmers bewegte sich etwas und ein roter Haarschopf kam zum Vorschein als das Licht angeschaltet wurde. Die langen, roten Haare waren zerzaust und die klarblauen Augen waren noch trüb. Das Mädchen richtete ihren Blick auf den Wecker, der die Uhrzeit halb sechs Uhr morgens anzeigte. Sie rieb sich mit ihren Händen die Augen, gähnte kräftig und schlug fest auf das olle Ding. Eigentlich hatte sie ihren Wecker auf zwölf Uhr gestellt, da es Samstag war und es somit hieß, dass sie endlich mal frei hatte. Aber da das dunkelblaue, nervende Ding geklingelt hatte, konnte sie genauso gut auch aufstehen.
Mit müden Beinen schwing sie sich auf die Bettkante und stützte ihre Arme auf die Oberschenkel, damit sie ihren Kopf abstützen konnte. Es war eindeutig nicht ihr Tag, auch wenn dieser erst noch anfing. Schleppend ging sie zu ihrem großen Kleiderschrank, öffnete die Türen und kramte ihre Klamotten raus, die sie am heutigen Tag anziehen wollte. Es war eine weiße Kurzarmbluse, eine braune Hotpant, dunkelbraune Absatzstiefel und ein hellbraunes Halstuch, welches sie sich um den Hals legte, während sie die Schranktüren wieder schloss und sich zum Schminktisch wandte. Ihr blauer Blick fiel in den Spiegel und begutachteten sie. Die roten Haare waren zerzaust und der müde Gesichtsausdruck sagte ihr, dass sie mal wieder nicht so viel geschlafen hatte.
Schnell kämmte sie ihre langen, roten Haare und packte die Sachen, die sie ihrer Freundin mitbringen sollte. Langsam füllte sich der hellblaue Eastpack-Rucksack mit Büchern, Make-Up, CDs und DVDs. Sie richtete ihren Blick auf die Uhr, die sie schon vor Jahren an der Wand befestigt hatte, und staunte. Bevor sie aufgestanden war, war es gerade mal fünf Uhr dreizig. Nun war es schon kurz vor sieben, was bedeutete, dass es gleich Frühstück geben würde – falls ihre Eltern jetzt schon aufgestanden sind. Wenn nicht, dann müsste sie sich selber etwas fertig machen und das mochte sie am Morgen überhaupt nicht.
Ihre Zimmertür knirschte beim Öffnen und die Treppenstufen quietschten. „Die sollten mal wieder geölt werden. Das ist ja nicht mehr auszuhalten“, sagte die Rothaarige und trottete langsam die Treppe hinunter, um ja wenig Lärm zu machen. Die hellorangenen Wände waren angenehm anzusehen, der hellbraune Holzboden leise und angenehm darauf zu gehen und die Hängelampen tauchten den Flur in eine warme Atmosphäre. Bilder von unterschiedlichen Jahreszeiten, Landschaften, Personen und Tageszeiten hingen an den recht hohen Wänden und die rothaarige Teenagerin mit den blaugrauen Augen fühlte sich von den Augen der Personen beobachtet und verfolgt. Ihre Schritte wurden schneller und schon fast laufend kam sie in der Küche an.
Sie weitete die Augen als sie ihrer Familie gegenüberstand. Alle waren angezogen und putzmunter. „Was...“, fragte sie und starrte ihre Eltern und ihre beiden Geschwister an. Dass alle vier schon so früh wach waren, war ungewöhnlich, gruselig – einfach nicht normal. Der Esstisch, der sich übrigens in der Küche befand, war gedeckt und die qualmenden Brötchen waren bereit gegessen zu werden. Ihr Vater hob seine Tasse und schlürfte kurz am kochend heißem Kaffee. „Hast du mal auf die Uhr geguckt?“, fragte ihre Mutter sie patzig. „Ja habe ich Mom. Und ich bin sogar um halb sechs aufgestanden, nur weil mein Wecker gesponnen hat. Wieso fragst du?“ Aus den Augenwinkeln sah sie das freudige, freche Grinsen ihrer Geschwister. Das hieß nichts Gutes. Sie fingen an zu kichern, bekamen aber einen bösen und mahnenden Blick von ihrem Vater als Antwort. „Ihr müsst nicht andauernd lachen. Skye, Tyler. Irgendwann ist auch gut“, sagte ihr Vater den beiden Zwillingen und schon war es wieder ruhiger als vorher. „Du bist nicht um halb sechs, sondern um zwölf Uhr aufgestanden, meine Liebe. Und wolltest du nicht eigentlich zu April?“ Das rothaarige Mädchen schnappte nach Luft. Sie konnte nicht glauben was ihre Mutter gesagt hatte. „Das ist jetzt aber nicht euer ernst?!“, fragte sie ihre Schwester Skye und ihren Bruder Tyler, wandte sich dann dennoch an ihre ebenfalls rothaarige Mutter, „Du hast recht, und ich werde jetzt auch zu April gehen, ob du es nun willst oder nicht!“
Sofort lief sie die quietschenden Treppen hinauf, schnappte sich den gepackten Rucksack, ihr Smartphone und die passenden Kopfhörer dazu, und rannte zurück nach unten, an der Küche vorbei und blieb vor der Tür stehen. „Du bist zwar in drei Tagen neunzehn Jahre alt, aber trotzdem verlässt du jetzt nicht einfach unser Haus!“, rief ihre Mutter, wurde aber von ihrem Mann zurückgehalten, bevor sie noch etwas sagen konnte. „Mariah, lass Heather einfach gehen. Sie ist in dem Alter, in dem sie schon auf sich selber aufpassen kann“, versuchte Heathers Vater ihre Mutter zu beruhigen, redete aber anscheinend gegen eine Wand. „Du willst sie wirklich alleine losziehen lassen?! Das ist doch schwachsinnig! Ich lasse sie da nicht alleine draußen herumlaufen – wer weiß was da für Leute herumlaufen“, sagte Mariah laut, schrie sogar schon. „Als ob ich nicht fast jeden Abend alleine zur Arbeit gehe“, murmelte Heather, schüttelte einfach ihren Kopf, sodass ihre roten Haare nur so um ihre Ohren flogen, schnappte sich den Rucksack, den sie währenddessen auf den Boden gestellt hatte, öffnete die Haustür und verließ so schnell es ging das Grundstück ihrer Familie, um mit schnellem Tempo zu ihrer Freundin April Rogers zu gelangen.

Den ganzen Weg über dachte die 18-Jährige über die letzten Tage nach. Ihr Großvater mütterlicherseits war verstorben, mit ihren Eltern war noch immer nicht gut zu sprechen und die einzigen, die gerade noch hinter ihr standen beziehungsweise mit welchen Heather sich über Probleme beschweren konnte, waren ihre drei besten Freunde. Aber ob sie es noch lange genug aushalten können andauernd mit ihr über Probleme zu reden, konnte sie nicht erraten. Sicherlich würden sie ihr irgendwann mal sagen, es nervt sie oder sie wollen es so nicht mehr. Doch wieso sollten sie so etwas zu ihr sagen, wo sie doch eh so fest zusammengeschweißt sind wie noch nie in den letzten Jahren? Im Gegensatz zu Heathers größeren Problemen, würde ihr so ein Kommentar nichts mehr ausmachen. Denn in ihrem Leben, das sie nun schon achtzehn Jahre lang führt, hat sie schon viele unangenehme Sätze und Kommentare gehört.
Je länger sie nachdachte, desto näher kam sie ihrem Ziel. Um ihre Kopfhörer nicht umsonst mitgenommen zu haben, kramte die Rothaarige diese aus dem Rucksack und steckte sie in das rosa-goldene iPhone 6. Sie öffnete die Musikapp und stellte auf zufällig. Der Song, der lief, passte zu ihr – kein Wunder warum sie ihn mochte. Manchmal überlegte sie sich auch, ob sie zu dem Lied und zu ihr ein Buch schreiben sollte – Heather McCartney und das Lied 'Home'. Natürlich würde sie Dotan erwähnen, weil er das Lied 'Home' geschrieben hat. Während sie das Lied weiterlaufen ließ, sang sie einige Stellen mit. Würden Passanten an ihr vorbeigehen, hätten sie sie sicherlich schräg angeguckt.
Nach einigen Minuten kam Heather endlich bei dem Haus ihrer Freundin an, ging durch den Vorgarten, vorbei an der Limousine, die dem Vater von April gehörte, und drückte auf die Klingel des großen Hauses, das schon an einer Villa grenzte. Sie musste ein paar Sekunden warten bis die Flügeltür von Pete, dem Butler, geöffnet wurde. „Willkommen Miss McCartney“, begrüßte der etwas ältere Mann die junge Frau. „Ich habe Ihnen doch schon bereits gefühlte hundert Mal gesagt, Sie können mich Heather nennen“, sagte sie belustigt und lächelte ihn an. Er nickte nur und ließ sie eintreten.
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