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 Café Obscurité

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Heather McCartney
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BeitragThema: Café Obscurité   Mo Apr 25, 2016 10:44 pm

Bild:
 

Die einen kommen wegen des Kaffees, die Anderen nutzen das freie Internet und wenige wollen sich tatsächlich nur die Atmosphäre des Ganzen antun. Was an dieser so besonders ist? Nun, das sagt alleine der Name. Obscurité, was nichts anderes als Dunkelheit bedeutet. So sieht man der Inneneinrichtung, ja auch der schwarzen, hölzernen Fassade des Gebäudes an, dass der Besitzer Farben geradezu verabscheut. Zwar lassen die großen Fenster einiges an Licht hinein, ebenso gibt es Sitzplätze unter freiem Himmel, doch sind diese eben nur selten besetzt - das eigentliche, gewisse Etwas, das das Café ausmacht, befindet sich also im Inneren.
Eine hohe Decke, dunkles Holz und extravagante Kronleuchter, ebenso Regale gefüllt mit farbloser Dekoration und ein ausgestopfter Hirschkopf in Schneeweiß, der direkt hinter dem Tresen an der Wand thront. Ja, bei der Einrichtung hat sich Inhaber Blythe Lemieux wohl doch den ein oder anderen Moment gestattet, sich tatsächlich Gedanken darüber gemacht. Da ist es fast schon klar, dass das geräumige Café in keinen knalligen Farben erstrahlt. Man soll seinen Kaffee immerhin genießen können, ohne dass man von unnötigen Farbreizen abgelenkt wird - immerhin ist selbst das Geschirr einfach schwarz.

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Blythe Lemieux
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Di Apr 26, 2016 11:49 pm


Blythe Lemieux

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Donnerstag, 18. April 2016
Citrin & Blythe
14.00 Uhr
On | Off

Sie kamen, sie gingen, langsam aber sicher fühlte sich Blythe, als wäre es Kaffee, kein Blut, das durch seine Adern gepumpt wurde. Wundern würde es ihn nicht, beim besten Willen nicht. Er war doch sowieso immer auf Trap, immer gleich auf 180, ständig umgeben von gerösteten Kaffeebohnen und frisch aufgebrühtem Kaffee - den er, wenn man ihm einmal eine Sekunde Zeit ließ, selbst seine Kehle hinabrinnen ließ, um nicht den ganzen Tag über den metallischen Geschmack seines eigenen Blutes im Mund zu haben, wenn er sich auf der Zunge herum biss. Fast, als wäre das Koffein und der Kaffee sein eigenes Nikotinpflaster, schützte ihn vor Mangelerscheinungen, dämpfte diese jedoch nicht völlig ab. Dabei ging es ihm so gesehen doch blendend - Immerhin mangelte es dem 25-Jährigen weder an Geld, noch an sozialen Kontakten oder gar einem Sinn zu Leben. Wobei letzterer wieder Geld wäre. Seine geheiligte Kohle, ständig von jener umgeben, immer froh darum, sollte ein Schein nach dem anderen in seinem Geldbeutel landen. Und dabei bezahlte er Mitarbeiter noch gut, sparte auch bei den Warenbestellungen nicht an Qualität und investierte immer mal wieder in Events und, leider Gottes, auch in Dekoration. All das, um zum Erfolg seines Cafés beizutragen - wobei dieses seiner Meinung nach inzwischen schon zu einem bekannteren Treffpunkt in der Stadt geworden war. Sei es nun der Aufmachung wegen, des Cafés Schuld oder doch Verdienst der Tatsache, dass er hier nicht der einzige war, der den Kunden nach der Pfeife tanzte. Nein, was auch immer die Motive sein mögen, er gab alles darum, eben diese zu erhalten. Ebenso war es ihm allerdings auch wichtig, den Betrieb nicht einzig und alleine von sich abhängig zu machen.
Klar, ohne ihn würde hier wohl nichts funktionieren - immerhin war Blythe der mit den Schlüsseln, der der mit dem Geld, der Hausbesitzer und Inhaber des Gastronomiebetriebs, doch wollte er das Café nun wirklich nicht schließen, nur weil er sich einmal etwas einfing. Eine Erkältung. Gebrochenes Bein. Was wusste er schon. Dass er also auch junge Menschen zur Ausbildung aufnahm und diese sogar in der Ausbildung bezahlte, war logisch - auch wenn er momentan lediglich einen Jungen zur Ausbildung hatte, den er gewissermaßen unter seine Fittiche nahm, ausnahmsweise einmal Mentor spielte, auch wenn man sich weitaus bessere Lehrer vorstellen könnte. Mit all der Ungeduld, der Impulsivität und dem Hang dazu, seiner Laune Luft zu machen, war Blythe nicht unbedingt der angenehmste Mitmensch. Eine Sache, die man ihm vielleicht nicht direkt ins Gesicht sagen sollte. Nicht etwa, weil ihn das kränken würde, sondern mehr aus Selbstschutz heraus. Ob nun nonverbal oder wild umherbrüllend, irgendwie wird der Schwarzhaarige das ganze schon rächen. Was jetzt allerdings nicht das Thema sein sollte - mehr war es jetzt wichtig, Ordnung zu schaffen. Donnerstag war nicht unbedingt ein Tag, an dem sich das Café vor Gästen und Bestellungen nicht mehr retten könnte, was allerdings nicht hieß, dass seine Angestellten und Mitarbeiter sich die ganze Zeit über ausruhen durften. Pausen gab er genug, die Arbeitszeiten waren fair, sei es nun für die Barista oder die Kellner, wobei diese vor allem am Abend aktiver sein mussten.
Dennoch, es war kein Tag zum faul-herumliegen und auf-besseres-Wetter-warten. Wobei das sowieso nicht sinnvoll wäre, immerhin schien die Sonne unbarmherzig auf die Fensterfront, erinnerte Blythe nur daran, dass er die Fenster bald wieder säubern lassen müsste, und erhellte das Innere des Gebäudes, ließ es fast freundlicher wirken, was nicht unbedingt Sinn der Sache war. Zwar hätte er durchaus auch eine dunkle Bar, eine verkümmerte Kneipe, ein kleines Pub eröffnen können, doch war es weitaus einfacher, sich mit koffeinierten Leuten als mit alkoholisierten Menschen herumzuschlagen. Und inzwischen auch anziehender, vor allem wenn es um junge Kundschaft ging, die so ziemlich alles kauften, was man ihnen schön redete. Dennoch, Blythe stand nun schon lange genug hinter dem Tresen, bediente die Kundschaft, die ihren Kaffee mitnehmen wollten, und ließ die Kellner den Rest machen, ehe man ihm doch eine Pause gönnte, mal niemand anstand, um sich etwas zu bestellen, und er seine Aufmerksamkeit dem Zustand hinter der Theke widmen konnte - und somit auch bemerkte, dass die Maschinen sicher wieder aufgefüllt werden müssten.
"Citrin!" entwich es ihm direkt mit rauer Stimme, die Augen kniff er zusammen. Zwar war sein Ruf nicht unbedingt leise, doch achtete er darauf, nicht das gesamte Café zusammenzubrüllen. 14.00 Uhr, wenn er sich nicht irrte, müsste der jüngere Asiate im Hinterraum sein, um seine Sachen abzustellen - zumindest wenn es so ablief, wie es die letzten Tage, Wochen, Monate verlaufen war. Kurz wartete er, rümpfte die Nase und senkte den Blick der dunklen Augen wieder auf die dunkle Oberfläche der Arbeitsplatte. der Auszubildende hatte immerhin noch den Luxus, andere, kürzere Arbeitszeiten zu haben. Zumindest momentan. Wie das später werden würde, wenn die Hitze erstmal alle verrückt werden ließ, würde sich noch herausstellen. So begann Blythe fast lustlos, den groben Schmutz und die Rückstände auf besagter Arbeitsplatte mit einem Lappen zu beseitigen, während er auf die Ankunft des Jüngeren wartete, den er leider doch schon länger kannte, als ihm lieb wäre. Mit der freien Hand zupfte er derweil die schwarze Krawatte zurecht, die er auf dem weißen Hemd trug.

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Citrin Young
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Mi Apr 27, 2016 1:00 am

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Citrin Young
Donnerstag, 18. April 2016
Citrin & Blythe
14.00 Uhr
Das einzige was man wirklich wahrnehmen konnte, waren die Autos, die durch die Straßen fuhren, die Leute die miteinander durch die warme Stadt gingen und die Sonne die vom Himmel herab schien als gäbe es keine Wolken mehr. Die einzelnen Wolken Fetzen, die man am blauen Himmel sehen konnte, waren auch nicht wirklich dass, was man unter ›Schutz vor der Sonne‹ verstand. Jedoch waren es die wenigen Bäume und die Läden in denen man sich verstecken konnte, wenn es wirklich zu warm werden sollte. Wobei er diese Leute nicht wirklich verstehen wollte. Viele jammerten, das schlechtes Wetter sei und wenn dann die Sonne da war, war das genaue Gegenteil der Fall, dann hatten sie an der wärme zu meckern. Solche Menschen traf man immer mal wieder, doch zählten natürlich nicht alle dazu. Schließlich gab es Leute, denen war das schlichtweg egal, was für Wetter gerade war, Hauptsache alles andere stimmt. Sachen wie Beruf, Schule, Familie und anderes waren letzten Endes viel wichtiger, als es das Wetter jemals der Fall gewesen wäre. Da hatte niemand die Kontrolle, über das eigene Leben schon. Manchmal auch über das eines anderen Menschen, wenn man diesen, grob gesagt, mobbte oder ihn schlecht behandelte. Oder wenn man einem Freund half und der sich dadurch zu etwas anderem umentschieden hatte oder etwas anderes tut, macht, vorhat, was auch immer, meistens sind es kleine Taten, die ein Leben komplett über den Haufen werfen konnte. Manche hatten was davon, Leute die gemobbt wurden und da wieder raus gekommen sind, haben meistens gelernt das es immer einen Ausweg geben wird, egal in was für einer Situation man gerade ist. Leute die wiederum ›Täter‹ sind, nehmen nichts mit, außer dass das, was sie getan haben unterste Schublade war und eigentlich gar nicht hätte sein müssen. Die meisten Menschen waren jedoch nicht so schlau, merkten den Fehler ja nicht einmal, bereuten ihn aber sobald sie einigermaßen erwachsen waren. Meistens bemerkte man es sowieso erst dann, wenn es schon längst zu spät war und man es nicht mehr gut machen konnte, folgen davon waren sehr oft Vorwürfe, manchmal konnte man sogar selber hineinfallen, wenn man kein starkes Gemüt hatte. Vielseitiges Thema, soziales, Menschen, Umgang, Mobbing. Alles Sachen, die er schon irgendwie miterlebt, gehört oder einfach nur beobachtet hat, aber nie wirklich involviert war. Nicht jeder Mensch hatte ein soziales verhalten, bei manchen Menschen konnte man sich da gar nicht mehr so wirklich sicher sein. Ständig stellte man sich Fragen wie: Ist der wirklich am rechten Platz? Es gab einige Menschen, bei denen er sich das manchmal Fragen konnte, aber was wollte er mit seinen 19 Jahren schon sagen? Er hatte, laut den erwachsenen, noch keine wirkliche Ahnung vom Leben. Zum teil stimmte das ja auch, es gab ältere Leute, die haben schon vieles erlebt, haben Weisheiten gesammelt, Geliebte verloren, gelernt mit Problemen umzugehen. Halt einfach, was im Leben so alles passieren konnte und dann waren da junge Leute, wie er es war, und sagten, sie wüssten was vom Leben. Ja was? Halt das, was man in der Schule gelernt hatte, gegeben auch mit Freunden oder wen es ganz hart kommt mit dem Mobbing. Aber sonst... junge Leute hatten schlicht und weg einfach nichts Spannendes zu erzählen. Außer das was am Vortag vielleicht mit der Blondine in der Nachbars klasse passiert ist. Gerüchte, Erzählungen, halt so wie es in Schulen halt war. Nichts Interessantes was einem wirklich lange, blieb. Seien wir ehrlich, die Hälfte vergisst es ohnehin wieder nach einem Tag, was da passiert ist. Sicher gab es auch ältere Menschen, die nicht zu erzählen hatten, aber Erfahrung hatten sie sicher. Weitaus mehr als er sie jetzt im Moment hätte. Respekt sollte man ihnen sowieso entgegenbringen, das war selbstverständlich, auch wenn manche sich ziemlich merkwürdig verhielten.
Das alles mit einem einzigen Blick aus dem Fenster, wie sehr man sich doch in Gedanken verlieren konnte, nur wenn man sich die Arbeitssachen anzieht und die Zeit dahinschwinden lässt, zu früh wollte er nicht erscheinen, zu spät sicher auch nicht, er kannte seinen Chef, wollte sich auch nie mit diesem anlegen. Jedoch war es eine recht lustige Situation, vor allem weil sie beide bei den Schatten waren, dort dann wieder verschieden Positionen hatten, dass genau umgekehrte, als dass es jetzt der Fall war. Selbst bis heute wusste er noch nicht ganz, wie er sich verhalten sollte, mit der Zeit, würde ihm das schon klar werden, spätestens dann wenn die Ausbildung abgeschlossen war, Blythe ihn raus warf oder er von selbst alles abbrach. Schließlich konnte alles vorfallen, man kann ja nicht wissen, was in der Zukunft passierte. Spätestens dann als er seinen Namen hörte, war ihm klar, dass er nicht mehr länger im Hinterraum sein konnte. Jetzt hieß es: auf ins Getümmel. Mit Vorfreude. Nicht. Von dem ließ er sich aber wie immer rein gar nichts Anmerken, kam ins recht dunkel gehaltene Café und sah schon einen lustlosen Chef vor sich. Das war schon ein vielversprechender Anfang. »Ich bin da.« Waren die einzigen Worte, die er momentan herausbrachte. Mit einem kurzen Blick zur Uhr konnte er erleichtert fest stellen, dass er gerade noch pünktlich aufgetaucht war, gut, ein Problem weniger. Mal sehen, was der Rest des Tages so bringen würde.

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Blythe Lemieux
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Do Apr 28, 2016 11:03 pm


Blythe Lemieux

#002,-
Donnerstag, 18. April 2016
Citrin & Blythe
14.00 Uhr
On | Off

Ugh, langsam aber sicher wurde Blythe zum Workaholic - und nicht nur das, stattdessen schien auch noch ein Mentor aus ihm zu werden. Klar, als Caféinhaber, der dieses nicht nur verwaltete, sondern auch selbst darin arbeitete, war es nur logisch, dass er vorerst die Ausbildungen derer, die in dem Bereich keine Erfahrung hatten, übernahm - besonders, da das Café noch nicht allzu ewig existierte und er demnach sicher gehen wollte und wohl auch sollte, dass alles nach Plan lief. Sollte es das nämlich nicht tun, würde er sicherlich ausflippen, geradezu aus der Haut fahren. Und das alles, weil ein kleines, wirklich winziges Detail ihm nicht passte. Verdammter Perfektionismus, irgendwann würde ihn dieser noch umbringen. Doch bis dahin blieb ihm noch einige Zeit, da war sich Blythe sicher. Außerdem; was sollte ihn in seinen eigenen vier Wänden schon umbringen? So schnell würde das schon nicht passieren, außer aber er stolperte in ein Messer hinein, in die Scherben, schnitt sich die Haut auf und verblutete elendig - doch traute er sich und seinen Füßen genug Sicherheit und Eleganz zu, dass so etwas nicht passieren würde. Schließlich musste alles perfekt sein. Auch seine Balance, auch seine Schritte. Und sowieso waren die Tische so angeordnet, dass sich jeder halbkompetente Mitarbeiter nicht hindurchzwängen musste - außer die Gänge wurden durch sperrige Handtaschen oder kleine Kinder versperrt. Wobei Blythe Kinder noch nie wirklich leiden konnte, wie lächerlich es auch klang. Doch brachte ihm irgendein Kind nur selten Respekt entgegen, meist waren es Kinder, die Kratzer in die Tische rissen, den Dreck in das Café trugen und - was schon vorgekommen war - die Stuhlbeine anknabberten. Und auf Bissspuren konnte Blythe in dieser Situation wirklich verzichten. Dennoch, er müsste es wohl oder übel akzeptieren - und hatte ohnehin den Luxus, dass den Eltern das Café doch oft einfach zu dunkel und zu unfreundlich wirkte, um ihre unruhigen Kinder hinein zu schleppen und diese dort dazu zu bringen, sich ruhig hinzusetzen. Dafür waren andere Einrichtungen deutlich besser geeignet - und die Auswahl war hier im Umfeld ohnehin gut genug.
Doch sollte das jetzt nicht sein Problem sein - Donnerstags ohnehin nicht, nicht um diese Uhrzeit. Zwar sollten die wirklich kleinen Kinder nun nicht mehr die Schulbank drücken, glaubte er, doch sollten die Eltern mit ihren aufgedrehten Erben zu beschäftigt sein, eher dazu gewillt, den Knopf auf der ratternden Kaffeemaschine zuhause zu drücken, als sich tatsächlich aus dem Haus zu bewegen und Geld auszugeben. Was Blythe auch recht sein sollte. Um Geld musste er sich keine Gedanken machen, nicht um einzelne Gäste. Stammkunden waren zwar wichtig und gut, besonders, wenn sie mit Blythe zurecht kamen und gerne ein paar Dollar zu viel da ließen, doch hatte er diese schon. Das sollte zu Anfang genügen.
Er widmete seine Aufmerksamkeit also dem vagen Aufwischen des groben Schmutzes, nachdem er die Stimme gehoben und nach seinem Auszubildenden - niemand geringerem als sein Kommandant - gerufen hatte. Doch dauerte es nicht lange, ehe der Jüngere schon auftauchte, seine Ankunft ankündigte und, wie der 25-Jährige aus dem Augenwinkel wahrnehmen konnte, einen schnellen Blick auf die Uhr warf, woraufhin Blythe nur leicht, fast tadelnd, den Kopf schüttelte. "Das sehe ich." gab er nur knapp zurück, um anschließend den Blick zu heben. Leicht hob er die Hand, in der er den Lappen hielt, deutete mit dem Daumen hinter sich auf die Kaffeemaschine. "Wasser, Kaffebohnen, auffüllen. Misch die helle und die dunkle Röstung. Und verschütt' hier nichts-" Energisch ließ er den Lappen zurück auf den Tresen fallen, sah Citrin noch kurz an und kniff die Augen zusammen, wenn auch keinesfalls feindselig. Mehr wirkte es wie eine leichte Anerkennung, auch wenn Blythe das mit keiner Faser seines Körpers zugeben würde - musste er allerdings auch nicht. Er nickte also, tat einen Schritt zur Seite und schob die Zucker,- und Kakaospender zurück in eine ordentliche Reihe. "Außerdem, wir brauchen noch neues-" Er stoppte, starrte die dunkle Arbeitsplatte an und schnippte mit seinen Fingern neben seinem Ohr, als wäre ihm das Wort entfallen. "Ah. Kaffeesirup. Die 0,7 Liter Flasche, drei Stück, drei Sorten. Und ich muss das Angebot aktualisieren." Den letzten Teil des Satzes schien er mehr zu knurren, die Hand hatte er inzwischen wieder sinken lassen, den Blick zu dem Angebotsschild gehoben.

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Jace Baskin
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Fr Mai 06, 2016 11:35 am

Jace Baskin
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Es war wirklich seltsam. Hier schien alles so perfekt zu sein- glänzende Tische, ordentlich gefegter Boden, guter Kaffee, und und und... und doch war vor mir auf dem Tisch ein Krümel. Was für ein Krümel wusste ich nicht, vermutlich von irgendeinem Kuchen oder sowas, aber es war ein Krümel und dieser Krümel störte mich. War nicht eben, bevor ich gekommen war, noch jemand hier gewesen und hatte den Tisch abgewischt? Oder hatte ich mich da geirrt? Wenn, dann war diese Person nicht sonderlich ordentlich gewesen. Ich schnaubte und schnipste mit einer betont genervten Bewegung den Krümel von der Tischplatte. War dieses Café nicht für seinen Perfektionismus bekannt? Mein Blick wanderte über die Wände und die anderen Menschen. Gut, eventuell auch für die seltsame Atmosphäre. Zwar wirkte hier alles eher weniger als mehr einladend und kalt, doch ich genoss die Atmosphäre hier- etwas, das ich nur selten tat. Hier fühlte ich mich wohl, da ich hier her passte- nicht nur vom Erscheinungsbild, sondern auch ein bisschen vom Inneren her.
Mein Blick wanderte zurück auf die Tischplatte und ich seufzte erneut mit hochgezogenen Augenbrauen. Wie lange dauerte es bitte, bis hier ein Kellner auftauchte? Unglaublich. Heute war ich schon genervt genug, da sollten alle anderen gefälligst funktionieren, sonst würde ich komplett ausrasten. Während ich also ungeduldig mit den Fingern auf der Tischplatte herumtrommelte, schaute ich mich nach einem dieser Pinguine von Kellnern um und mein Blick blieb an einem asiatisch wirkenden jungen Mann hängen. Ich kannte ihn, wenn auch nicht persönlich. Ich hatte als Polizist nur über die Inhaber der Geschäfte Bescheid zu wissen, und dieser hier war mir nicht wirklich sympathisch. Irgendwas mit B war der Vorname, sehr exotisch, etwas, das man sich nicht merken konnte, und Lemieux war der Nachname. Seine Bewegungen und die Art mit seinen Angestellten zu sprechen wirkte hektisch, nahezu nervös. Ich fixierte ihn mit meinem Blick und blinzelte nicht einmal, als ich ihn mit leicht zusammengepressten Lippen anschaute und versuchte, ihn dazu aufzufordern, endlich eine Bestellung von mir anzunehmen.  
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Blythe Lemieux
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Fr Mai 06, 2016 12:37 pm


Blythe Lemieux

#003,-
Donnerstag, 18. April 2016
Jace & Blythe
14.00 Uhr
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Die Mittagssonne konnte einem nur auf den Geist gehen. Erhellte das Café von außen, ließ die Sonnenstrahlen durch die Fensterfront und auf die Tische strahlen, wodurch jedes Staubkorn sichtbar wurde. Nicht, dass das Café sich vor Staub nicht mehr zu retten wusste, immerhin achtete Blythe strickt auf Sauberkeit, doch den ein oder anderen Schmutzpartikel auf dem ein oder anderen selten benutzten Regal konnte man einfach nicht vermeiden. Immerhin hatte der 25-Jährige neben dem Café noch ein Privatleben - in Form einer recht kleinen Wohnung, die sich direkt über seinem kommerziellen Besitz befand, im gleichen Gebäude, mit identischer Außenfront und so weiter - und eben auch das Undercover-Leben bei den Schatten. Was auf erstes Hören hin viel spannender klang, als es tatsächlich war. Doch was tat der Schwarzhaarige schon, außer die Menschen zu beobachten, seine Reichweite dazu zu benutzen, die ein oder andere Veranstaltung zu planen, anzukündigen, um sie alle wie Schafe zusammenzutreiben. Gut, es konnte amüsant sein, konnte auch ihm nutzen, immerhin war das ganze nicht uneigennützig. Und bald wohl wieder von Nöten.
Was jetzt allerdings nicht seine Sorge sein sollte - immerhin gingen die Leute noch immer aus und ein, Citrin hatte seine Aufträge, Blythe hatte nicht zu tun, außer lustlos den Tresen abzuwischen und auf schlechteres Wetter zu warten. Doch erwies sich diese Vermutung schon sehr bald als falsch. Es war kein flüchtiger Blick der auf ihm zu haften schien. Kein kurzes Umsehen, gar ein knappes heben des Kopfes - viel mehr glich es einem Starren, das alles andere als entspannend war. Nicht, dass es Blythe nervös machte, ihm Gedanken an jegliche Fehler, die er in seinem Leben je begangen hatte, durch den Kopf schießen ließ. Mehr weckte es in dem Asiaten den Impuls, leicht die Nase zu rümpfen, ein genervtes Schnauben aus der Kehle zu pressen und anschließend den Lappen fallen zu lassen, um das nächste Tablett zu ergreifen und die eigene Mimik wieder unter Kontrolle zu bringen - erst dann hob er den Blick, sah den Kunden, dessen Augen auf ihm ruhten, fast mit vorwurfsvoll glänzenden Augen an, schlängelte sich hinter dem Tresen hervor und kramte den kleinen Block hervor, den er einfach auf das Tablett warf. Seine Schritte waren nach wie vor elegant, trugen ihn hin zu dem Tisch, an dem der jünger wirkende Kerl saß. Man sollte Blythe nicht falsch verstehen; er hasste es selbst, zu warten. Noch mehr hasste er es, auf andere warten zu müssen, die ihn fast aus Protest warten ließen - was er auch hätte tun können. Sich nicht vom Fleck bewegen, Tinkerbell weiter starren lassen, während die eigene Aufmerksamkeit froh und munter auf dem leblosen Tresen haftete, die Augen im Raum nach dem Sinn des Lebens suchte und er womöglich noch vor sich hin summte, geradezu betonend, dass er nichts zu tun hatte. Doch musste er leider Gottes eine gewisse Freundlichkeit und Kompetenz an den Tag legen, die ihm schließlich auch, kaum dass er vor dem Tisch zum stehen gekommen war, ein geknurrtes "Tag." entlockte, tief aus der Kehle, gefolgt von einem Heben einer Augenbraue und einem Bewegen der Finger der freien Hand. Die Ringe, die er an den Fingern trug, schlugen geräuschvoll zusammen, wobei das Geräusch den Herzschlag der Stille überbrückte, den Blythe sogleich wieder unterbrach. "Was darfs sein, Goldlocke?" fragte er sogleich, abwartend blinzelnd und den Kopf schief legend. Auch zupfte er den Ärmel seines Hemdes wieder etwas nach oben, ließ so das Tattoo an seinem Unterarm wieder ins Ungewisse verschwinden und starrte den Blonden vor ihm weiterhin an.

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Jace Baskin
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Fr Mai 06, 2016 12:58 pm

Jace Baskin
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Dieser Asiate machte sich immer unbeliebter bei mir. Noch bevor er sich auf den Weg zu mir machte, dauerte es eine Weile, in der er zuerst seine Sachen zusammen suchte. Ich übersah nicht dass kurze Rümpfen der Nase, das gedämpfte Schnauben und das nahezu überflüssige zurück zur normalen Mimik Springen. Dann erst fiel sein Blick auf mich, mit einem vorwurfsvollen Blitzen. Vielleicht sollte ich eine Drogenuntersuchung hier anzetteln, nur um sicher zu gehen. In einem so düsteren Etablissement würde sich doch sicher etwas finden... Ein Verdacht musste reichen. Zwar wusste ich genau, dass hier nicht gedealt war, doch um Lemieux eins auszuwischen, würde es sich sicherlich lohnen, ein paar Stunden Arbeit zu investieren, um Anzeichen dafür zu erstellen und zu verstecken. Ich nahm meinen Blick nicht von ihm und schaute ihn einige Sekunden an. Arrogante Gestalt, hielt sich für etwas besonderes, so wie er ging. Sah ein wenig albern aus, wie er da wie ein Storch herumstakste. Ich ließ während der ganzen Zeit den Asiaten nicht aus den Augen und zeigte ihm nichts als eine ausdruckslose Miene. Erst als er bei mir ankam, wendete ich den Blick desinteressiert meinen Fingernägeln zu. Das Tattoo, dass er so verzweifelt versteckte, übersah ich nicht. Auch wenn mir seine Bedeutung nichts sagte, war es etwas, dass ich mir merken würde. Vielleicht war es mir irgendwann nützlich. Ich ließ mir Zeit mit meiner Antwort, um den Pinguin ein wenig zu ärgern. Dann wendete ich meinen Blick wieder ihm zu. "Zu aller erst ein wenig Kompetenz, wenn es nicht stört. Eine Karte wäre nicht schlecht, falls es hier so etwas gibt... Ansonsten ein Espresso. Ohne Zucker, ohne Milch." Die Bemerkung mit dem Goldlöckchen ließ ich bewusst an mir vorbeigehen. Ich überhörte so etwas aus Prinzip immer, es störte mich auch nicht. Solange ich einen Grund hatte, meine Arroganz auszuleben, störte mich eine fiese Bemerkung der anderen Seite kaum.  
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Blythe Lemieux
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Fr Mai 06, 2016 1:50 pm


Blythe Lemieux

#004,-
Donnerstag, 18. April 2016
Jace & Blythe
14.00 Uhr
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Das war wohl der große Nachteil seines Daseins als Inhaber, Barista und Kellner - die Ansprüche. Diese erfüllte er zwar klar und deutlich, und doch trieb es ihn immer wieder zur Weißglut, sollte jemand perfektionistischer sein als er, ihn dazu treiben, geradezu krankhaft nach dem kleinsten Makel zu suchen. Zu versuchen, dies zu beheben, ob es nun möglich wäre oder nicht. Nur dass Blythe schließlich seinen Schlaf zum Minimum hinunterschraubte und sich in die Verzweiflung arbeitete - Nein, darauf konnte der 25-Jährige getrost verzichten. Sein eigener Chef zu sein hatte also auch seine Vorteile - beispielsweise den, mit den Kunden umzuspringen, wie er wollte. Würde einer seiner Angestellten sich das trauen, so würde der Schwarzhaarige keine Sekunde zögern, um ihn zu entlassen - er selbst allerdings erlaubte sich alles. Immerhin war es schlussendlich sein Verdienst. Seine Mitarbeiter bekamen ihren festen Lohn, durften ab und an das Trinkgeld behalten, mussten sich also so gesehen keine Gedanken um den Beliebtheitsgrad des Cafés machen - und dieser war momentan ohnehin noch recht hoch. Was nicht nur an dem guten Café und der geschmackvollen Inneneinrichtung lag, sondern eben auch an der Atmosphäre und dem normalerweise guten Service. Schlechte Tage hatte immerhin jeder einmal.
So wurde er also weiterhin angestarrt, während er sich seinen Weg zu dem Tisch bahnte, die Blondine nicht länger warten ließ, seinen Missmut allerdings weiterhin zum Ausdruck brachte - sei es nun durch den Klang seiner Stimme, den Glanz seiner Augen oder ganz einfach der Wortwahl - doch schien all das seinen Gegenüber nicht sonderlich zu betreffen, ganz im Gegenteil.
Anstatt seinen Ärger auszudrücken, schien der Blonde mehr sein Desinteresse zum Vorschein zu bringen. Sah ihn zunächst ausdruckslos an, ehe seine Augen sich ein neues Ziel suchten, er seine Fingernägel betrachtete, als hätte er nun lieber einen anderen Kellner vor sich und wäre nicht dazu bereit, zu kooperieren, solange Blythe eine solch unfreundliche Ausstrahlung an den Tag legte. Was diesen dagegen nicht dazu brachte, sich von der Stelle zu bewegen. Mehr verlagerte er ungeduldig das Gewicht, ließ kurz den Blick gleiten, als wäre ihm das alles scheißegal, und wartete, auch wenn ihn das nicht gerade handzahm werden ließ oder gar besänftigte. Nach einer gewissen Zeit wäre es ihm mit Sicherheit zu blöd geworden, er hätte sich wieder umgedreht und wäre einfach zurück an seinen Platz hinter der Theke stolziert - doch spürte er wenig später schon den Blick seines Gegenüber wieder, ehe dieser sich endlich dazu erbarmte, die Stimme zu heben - auch wenn die Worte nicht unbedingt die waren, die Blythe zu hören gehofft hatte. "Mhr." brummte er zunächst nur, zuckte wenig begeistert mit dem Mundwinkel und hob den freien Arm, um mit dem Daumen hinter sich zu deuten. "Über'm Tresen steht klar und deutlich, was wir hier anbieten. Aber schön." Auf die provisorische Bestellung ging er nicht ein, tat stattdessen einen Schritt zurück und drehte sich um, fast den Anschein erweckend, dass er einfach wieder abhauen wollte. Stattdessen ging er einfach wenige Schritte, fragte mit entspannter, tiefer und leiser Stimme das Pärchen an dem anderen Tisch, ob er die Karte entwenden dürfte, und reichte diese schließlich wortlos dem Blonden. "Bitteschön. Bleibt es bei dem Espresso?" fragte er schließlich, stellte sich allerdings schon fast darauf ein, dass die Osterglocke ihn wieder warten lassen würde. Aufschreiben müsste er einen einzelnen Espresso immerhin nicht - das konnte er sich dann doch merken. Auch wenn es zu schön wäre, die Bestellung einfach zu vergessen. Dennoch, was wusste er schon, wen er hier vor sich hatte. An Selbstbewusstsein und Arroganz schien es dem Kerl mit den blaugrauen Augen immerhin nicht zu fehlen. Und ein gutes Zeichen war das nie - besonders nicht, wenn es um's Trinkgeld ging.

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Jace Baskin
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Fr Mai 06, 2016 8:21 pm

Jace Baskin
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Es begann allmählich, mir Spaß zu machen. Der Pinguin mit den Schlitzaugen ließ sich zumindest äußerlich nicht auf meinen Kommentar ein. Auch mein Schweigen, das auf-sich-warten-lassen, schien ihn nicht weiter aus der Fassung zu bringen. Er änderte lediglich seine Position und schien sich zu überlegen, was er tun sollte. Innerlich sah das aber bestimmt ganz anders aus. Ich stellte mir vor, wie es in seinem Inneren kochte. Ob ich ihn wohl zum überkochen bringen konnte? Ich verwarf den Gedanken wieder. Vielleicht war es ja auch ganz anders und Lemieux juckte es nicht, wenn ich arrogant oder genervt war und das an ihm ausließ. Vielleicht war er mir ja ähnlicher, als ich dachte.
Es war schade, dass er nicht mehr rebellierte, sondern sich lediglich rechtfertigte. Ich merkte, wie meine Mundwinkel leicht belustigt zuckten, als er auf das Schild über dem Tresen deutete. "Ich habe heute meine Lesebrille nicht dabei. Das kann ich somit nicht lesen. Wäre es natürlich näher, dann würde das funktionieren." , log ich, ohne auch nur eine Regung zu zeigen, weder in meiner Stimme, noch in meiner Mimik. Ich würde niemals eine Brille tragen, höchstens Kontaktlinsen, wenn ich das bräuchte- was ich nicht tat. Ich lehnte mich nichtssagend auf meinem Stuhl zurück und verschränkte die Arme vor der Brust, während das Schlitzauge sich ein paar Schritte entfernte und mir dann eine Karte hinhielt. Ich schaute sie abschätzend an, machte jedoch nicht die Anstalten, sie zu nehmen oder auch nur danach zu greifen. Stattdessen wendete ich meinen Blick wieder dem Pinguin zu. "Es bleibt bei dem Espresso..." , sagte ich, weiterhin ohne Unterton, und nahm, nein, zog ihm die Karte geradezu aus der Hand, um sie aufzuschlagen und desinteressiert zu schauen, was es hier sonst noch gab. Ohne Worte. In Wirklichkeit interessierte es mich gar nicht. Ich wollte nur zeigen, dass das Gespräch für mich beendet war und das ich den Espresso erwartete.
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Blythe Lemieux
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Sa Mai 07, 2016 10:00 pm


Blythe Lemieux

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War er denn wirklich inkompetent? Ungeduldig, ja, ebenso unfreundlich und egozentrisch - aber wirklich inkompetent würde sich Blythe nicht unbedingt nennen. Nur, weil er seine Laune ab und an einmal heraus ließ, geradezu heraushängen ließ, und das nicht nur per Mimik, sondern leider Gottes auch verbal oder - in Fällen des besonderen Ärgers - auch nonverbal, sodass er seine Launen mit Faustschlägen ausdrücke? Ab und an musste so etwas auch sein. Besonders bei solchen Leuten wie Blythe's jetzigem Kunden, der sich alle Zeit der Welt nahm, um zu reagieren - und auch keine besondere Freundlichkeit an den Tag legte. Obwohl er um einiges jünger schien, wohlgemerkt. Nicht dass der Schwarzhaarige etwas auf Alter gab - immerhin war das ganze nur eine Zahl, zu der jedes Jahr eins addiert wurde, nicht mehr und nicht weniger - und dennoch erwartete er wenigstens etwas Respekt. Sei es nun wegen seines Alters oder seinem momentanen Stand. Der Gast war hier immerhin nicht König, oh nein. Und vielleicht war es genau das, was er der Goldlocke verdeutlichen müsste.
So schien allerdings die Wegweisung hin zu dem Schild seinen Gegenüber nur zu amüsieren, aus welchem Grund auch immer. "Soll ich di-Ihnen auch noch die Sterne vom Himmel holen?" fragte er rhetorisch, kniff die mandelförmigen Augen nur noch weiter zusammen, entschäfte seine eigenen Worte allerdings durch ein leichtes Zischen und ein Schütteln des Kopfes, wobei ihm die schwarzen Haare regelrecht in die dunklen Augen flogen. Dabei konnte er sich den Blonden beim besten Willen nicht mit Brille vorstellen - doch was wusste er schon, was für ein Bücherwurm in dem anderen schlummerte? Ob er insgeheim nicht doch Tag ein Tag aus auf seinem Ohrensessel saß, die Nase in den Seiten vergrub und schon in einigen Jahren tiefe Denkfalten im Gesicht hätte, die ihn älter wirken ließen, als er tatsächlich war. Nicht dass man so schlussfolgern könnte, dass Blythe nicht oft nachdachte - immerhin hatte er so gut wie keine einzige Falte, stattdessen eher straffe Haut, die ihn dagegen jünger wirken ließ. Doch sagte er nicht mehr viel dazu, entfernte sich stattdessen, um dem Fremden schließlich doch ein Stück Himmel - die Karte - hin zu halten, wobei dieser sie nicht nahm, ihn stattdessen fast schon ignorierte, zu seiner Überraschung jedoch trotzdem auf die knappe Frage antwortete. "Mhm." nahm der Kellner die Entscheidung zur Kenntnis, war schon drauf und dran, die Karte einfach wieder zurück zu ziehen, doch wurde ihm diese Entscheidung abgenommen, und das nicht gerade sanft. Anstatt die dunkle, edel wirkende Karte freundlich entgegen zu nehmen, zog die Osterglocke ihm diese regelrecht aus den schmalen Händen, veranlasste ihn nur erneut dazu, ein tiefes Brummen auszustoßen und dennoch leicht zu nicken. Espresso also - in Ordnung.
Wortlos drehte Blythe sich um, sammelte im Vorbeigehen noch leere Tassen oder zerknüllte Servierten von den Tischen, wobei er alles auf sein Tablett warf, um sich anschließend zu seinem Platz hinter dem Tresen zu begeben und die Kaffeemaschine zu betätigen. Immerhin konnte er guten Gewissens behaupten, dass der Espresso, den sie hier anboten, ein wirklich guter und geschmacksintensiver war. Immerhin kümmerte sich Blythe selbst darum, dass die verwendeten Kaffeebohnen nicht die billigsten vom Markt waren und mischte die Röstungen meist selbst, sodass es zu dem besten Ergebnis kommen würde. Noch während die tiefschwarze Flüssigkeit in die schwarze Tasse tropfte spielte der 25-Jährige mit dem Gedanken, der Goldlocke den Espresso einfach überzukippen, verwarf die Idee allerdings, kaum dass die Espressotasse gefüllt und die Maschine verstummt war. Trotz allem legte er einen Löffel, Zucker und Milch zu der Tasse, falls die Blondine es sich doch anders überlegen sollte, platzierte das ganze auf dem Tablett und bewegte sich zurück zu besagtem Tisch, wobei er die Bestellung vor dem Gast platzierte. "Darf's sonst noch was sein? Jetzt, wo Sie die Karte ausführlich studieren konnten. Gefallen an etwas anderem gefunden?" Fast schien er den letzen Teil des Satzes zu knurren, bewegte das Tablett fast ungeduldig in der Hand und zupfte mit der anderen an dem weißen Hemd herum, welches er trug.

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Jace Baskin
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   So Mai 08, 2016 9:15 pm

Jace Baskin
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Lemieux schien mir das Gefühl geben zu wollen, nicht wirklich willkommen zu sein. Verständlich, eindeutig, denn mein Verhalten war wirklich nicht nett. Ich war allerdings auch nicht der einzige hier, der sich falsch verhielt. Schon allein die Begrüßung und der Spitzname "Goldlocke", den der Pinguin in den ersten Worten verwendet hatte, die er zu mir gesagt hatte, rechtfertigten meine Laune meiner Meinung nach ausreichend. Meine Reaktion war nicht unüberlegt, nicht unnormal. Wie schon Martin Luther einst sagte: Das Beste Mittel, den Teufel auszutreiben [...], ist, ihn zu verspotten und auszulachen, denn Verachtung kann er nicht ertragen. Schlauer Mann. Auch wenn er nicht ganz Recht behalten sollte. Die meisten "Teufel" reagierten auf Verachtung nicht anders als durch Wut, Unbeherrschtheit und so weiter. Lemieux war dabei allerdings in einer Sackgasse. Er mochte der Boss hier sein, aber ich war der Kunde und wenn er mich verprügeln wollte, saß ich am längeren Hebel. Ein in die Welt gestreutes Gerücht und er würde ein paar Besucher weniger haben.
Während Lemieux also meinen Espresso holte, kramte ich in meiner Tasche herum. Ich hatte mir eben erst ein neues Buch gekauft, christliche Literatur. Interessierte mich brennend, trotz der Tatsache, dass ich Atheist war und mich keiner auf dieser Welt zum Glauben bringen konnte. Es war nur interessant, wie der Autor des Buches seine Gedanken zur Menschheit im Bezug auf diesen Gott aufgeschrieben hatte. Es dauerte eine Weile, bis ich den glatten Buchrücken zu fassen bekam und das Buch herauszog. Es war nicht dick, lediglich DinA5 Format mit 239 Seiten, einschließlich Vorwort, welches allerdings nur knappe zwei davon ausmachte. Die Dienstanweisungen an einen Unterteufel von C.S.Lewis- meiner Meinung nach ein äußerst brillanter Autor. Ich starrte eine Weile den Umschlag an, ehe ich es aufschlug.
Als ich die Seiten öffnete, schlug mir der Duft von Buchleim, Papier und Druckerfarbe entgegen. Ich liebte diesen Geruch und konnte nicht umhin, ihn für eine Sekunde zu genießen, ehe ich zu lesen begann. Ich habe nicht vor zu erklären, wie der Briefwechsel...
Und dann war der asiatische Pinguin wieder da. Unterbrach mich äußerst rüde mit seiner unglaublich nervigen Stimme beim Vorwort, im ersten Satz. Konnte der wohl noch etwas anderes außer stören? Ich schnaubte leise und warf dem Schlitzauge einen nichtssagenden Blick zu. Er war schon wieder so ungeduldig. Sah ihm ähnlich; ließ sich Zeit beim aufräumen und Espresso machen, und war dann ungeduldig, wenn er eine Antwort wollte. Ich beschloss, zu demonstrieren. Also nahm ich einen winzigen Schluck vom Espresso, wandte mich wieder dem Buch zu und ließ mir mit meiner Antwort Zeit.
"Nein." , antwortete ich nach den ersten drei Sätzen des Vorworts, ohne aufzuschauen. Dann las ich weitere vier Sätze. Irgendein christlicher Kauderwelsch, sprechen über Gefühle von Teufeln, Irrtümer blablabla.   "Achja, bevor ich es vergesse..." , sprach ich dann weiter und warf Lemieux endlich einen Blick zu, der vor Ausdruckslosigkeit nur so strotzte. "Ungeduld treibt entweder das Gewünschte weiter fort oder verzögert zumindest sein Kommen." Prentice Mulfort, irgendwann zwischen 1834-1891. Ehemaliger Journalist, Erzieher, Goldgräer und Warenhausbesitzer. , fügte ich in Gedanken noch an. Es wäre sicherlich seltsam gewesen, wenn ich das laut gesagt hätte. Hätte für einen Lachanfall gesorgt, sicherlich. Also behielt ich es in meinem Kopf.
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Clary Black
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Mi Mai 11, 2016 9:33 pm

Clary Black
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Ich ging die lange Straße entlang, sie war Menschen belebt und ich krallte meine Finger in meinen Zeichenblock, den ich in meinen Armen hielt. Mein schwarzer Oversize Pullover, der mir fast bis zu den Knien ging, und die schwarze Leggings, über die ich weite, dunkelgraue Stulpen gezogen hatte, passten wohl nicht ganz so zu dem schönen Wetter, das der Tag heute hergab. Mein nachtblauer Schulranzen, an dem ein ebenfalls dunkle Jacke befestigt war, hing mir locker über der Schulter und ich hatte mir die Kapuze meines T-Shirts, das ich noch zusätzlich unter dem Pullover trug tief ins Gesicht gezogen. Ein Mann kam mir entgegen und rempelte mich an. Wieso brauchten einige Menschen nur so viel Platz, der Bürgersteig war schließlich groß genug für zwei. Ich sagte nichts und auch der Mann ging nach einem genervten "Pass doch auf" an mir vorbei. Es war irgendwie schon ironisch, dass er das zu mir sagen, obwohl er mich doch angerempelt hatte. Da ich jedoch keine Lust hatte mich auf ein Gespräch mit ihm einzulassen und mich auch ehrlich gesagt niemals getraut hätte, nahm ich es einfach hin.
Mein Weg führte mich am Café Obscurité vorbei. Ich starrte eine Weile lang auf die dunkle Fassade des Gebäudes, dann griff ich in die Tasche meines Pullover und stellte fest das ich tatsächlich noch ein bisschen Geld übrig hatte. Von Klassenkameraden hatte ich aufgeschnappt, dass der Café hier gut sein sollte, war aber noch nie selbst in dem Café gewesen, schließlich hatte ich nicht das Geld um mir den Café jeden Tag von jemand anderem zubereiten zu lassen. Aber heute war ein guter Tag, ich hatte eine gute Zensur in einer wichtigen Arbeit geschrieben, ich denke meine Eltern würden es verstehen, wenn ich mir ausnahmsweise mal etwas gönnte. Langsam und vorsichtig öffnete ich die Tür. Das Klingel der Türglocke ließ mich zusammenzucken. Mensch Clary, du benimmst dich als würdest du den Laden ausrauben wollen... verwarnte ich mich selbst. Ich atemte einmal tief durch und betrat den Laden.
Die hohen Wände und die extravagante Einrichtung ließen mich für eine Weile lang stehen bleiben und staunen. Mein Blick schweifte über die Regale und Kronleuchter, dann blieb er schließlich an dem Hirschkopf hinter dem Tresen hängen. Ich rümpfte meine Nase, was für Menschen mochten es nur ein totes Tier an der Wand hängen zu haben. Ich zwang mich dazu weg zu schauen und steuerte dann auf einen Tisch zu der an einem der großen Fenster stand.
Die Mühe mir meine Kapuze runter zuziehen machte ich mir nicht. Irgendwie gab sie mir ein bisschen Sicherheit. Schließlich wollte ich mit meiner, ich zitiere die Schulzicke, hässliche Visage' nicht meine ganze Umgebung verscheuchen. Nachdem ich meinen Schulranzen abgestellt hatte, setzte ich mich gemütlich auf einen der Stühle und schlug meine Beine übereinander.
Ich legte meinen Zeichenblock vor mir auf den Tisch und zückte einen Bleistift. Was gibt es in diesem Restaurant, das ich malen kann?Wieder ließ ich meinen Blick durch den Raum schweifen. Er blieb an einem jungen, blonden Mann hängen, der ein Buch in der Hand hielt. Seine Ausstrahlung fesselte mich irgendwie. Schnell scannte ich sein Gesicht, soweit es mir von dieser Entfernung her möglich war und hoffte er würde es nicht bemerken. Außerdem machte es der Kellner, der bei ihm stand nicht gerade einfacher. Als ich glaubt mir alle Gesichtszüge gemerkt zu haben wandte ich mich wieder meinen Zeichenblock zu, blätterte bis ich eine leere Seite fand und fing an die Grundrisse seines Gesichts auf das weißes Blatt zu zeichnen.
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Jace Baskin
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Fr Jun 17, 2016 3:26 pm

Jace Baskin
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Noch während ich auf eine bissige Antwort wartete, oder wenigstens auf ein betont ignorantes erklingen von Schritten, die sich entfernten, wendete ich mich dem Espresso zu und nahm einen Schluck. Das heiße Getränk schmeckte bitter und war so heiß, dass ich mir beinahe die Zunge verbrannte, jedoch ließ ich mir davon nichts anmerken, stattdessen schluckte ich ungerührt die bittere Brühe runter, zumindest einen kleinen Teil davon. Ohne mit der Wimper zu zucken oder meinem ausdruckslosen Gesicht eine Emotion zu verleihen, wendete ich meinen Blick wieder dem Buch zu, wobei ich zuvor betont langsam meine Umgebung musterte. Eine Angewohnheit, die ich mir dank meiner Arbeit angeeignet hatte und nicht ablegen konnte, so sehr es mich auch ärgerte. Immer das Gefühl, während der Einsätze jemanden im Nacken zu haben, der einen beobachtet und der vielleicht sogar etwas illegales plant, machte einen vorsichtig. Ständig schaute ich mich um und stellte sicher, dass alles um mich herum seinen gewohnten Gang ging. Das einzige, was mir auffiel, war eine Frau mit Kapuze, die da zuvor noch nicht gesessen hatte.
Mein Blick flog weiter, doch es dauerte nur einen winzigen Bruchteil einer Sekunde, bis ich realisierte, wie sehr die Frau mich fixiert hatte- geradezu angestarrt hatte sie mich. Mein Blick huschte ruckartig zurück zu ihr, um sie genauer zu mustern. Sie war klein, schlank und zierlich, unauffällig, wenn sie nicht bei solchem Wetter angezogen wäre wie im tiefsten Winter, rotbraune Haare, knuffige Augen. Genau der Typ Mensch, den man als unschuldig betiteln würde, wenn einen jemanden fragt- und daher nicht für kriminelle Aktivitäten ausgeschlossen. Die Tatsache, dass sie ihre Kapuze nicht abnahm und ihr Gesicht verdeckte, machte das noch verdächtiger. Ich schob den Gedanken beiseite. Sie war vermutlich nur eines dieser Emo-Mädchen, die sich verstecken wollten.
Dann fiel mir etwas weiteres an ihr auf. Sie kritzelte in einem Notizblock herum- schrieb sie sich etwas auf? Dabei schaute sie immer wieder zu mir. Mein Blick verhärtete sich unmerklich. Vielleicht war sie tatsächlich eine Art Informantin für Diebe oder sowas- vielleicht sogar für die Schatten? Ich knurrte leise in mich hinein. Wenn diese Bastarde herausgefunden hatten, dass ich ein Thaki war, würden sie mich vermutlich bald umlegen- wenn ich nicht schneller war. Ich kippte die letzten Reste meines Espressos runter und packte mein Buch weg, dann schob ich Lemieux auf die Seite und ließ dabei meinen Blick nicht von diesem Mädchen weichen. Ich ging mit langen, selbstsicheren Schritten auf ihren Tisch zu und nahm mir die Freiheit, mir unterwegs einen Stuhl zu greifen und diesen lauthals erst zwischen den Tischen hindurchzuschleifen und dann mit einem gut hörbaren Rumms an ihrem Tisch abzustellen, wo ich mich setzte, nach vorne gelehnt, die Beine auseinander, die Ellenbogen darauf abgelegt und die Hände vor mir gefaltet. Mein Blick musterte in alter Polizisten-Manier undurchdringlich das Mädchen, als wäre sie aus Glas und als könne ich all ihre Gedanken sehen, noch bevor sie sie zuende gedacht hatte. Und so schwieg ich sie an.
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Clary Black
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Di Jun 21, 2016 1:07 am

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Dieser Kellner war aber auch nervig, wie soll ich denn die Augen des Blonden richtig malen, wenn ich immer nur ein halbes sehen konnte Ich kaute genervt auf meiner lippe und versuchte einen richtigen Moment abzupassen. Dann plötzlich richtete sich sein blick auf mich. Konnte er gemerkt haben das ich ihn angeschaut hatte? Ich schüttelte den kopf und nutzte den Augenblick um seine Augen zu scannen, dann schaute sie wieder zurück auf meinen Block. Ich fing an die Augen mit schwungvollen Bleistieftstrichen zum leben zu erwecken. Ein Schauer huschte mir über den Rücken. War mir kalt? Nein nicht in diesem Sommerwetter. Ich lugte über den Rand meines Zeichenblocks und stockte als ich bemerkte das der Mann mich immer noch anschaute Er hatte es doch bemerkt was sollte ich tun? Clary komm runter er wird schon nicht... in diesem Moment stand der Mann auf und kam auf mich zu. Oh mist er kommt... tu einfach so als würde nichts sein Ich bemerkte, wie ich unbewusst die Schultern hochzog und meine Hände in den Ärmeln verschwinden ließ. Mein Blick schweifte durch den Raum, um nach einem Ausweg zu suchen, aber der einzige Ausgang würde mich dirkt an ihm vorbei führen.
Schon war er da und knallte seinen Stuhl auf dem Boden neben mir nieder. Schnell schloss ich meinen Zeichenblock und presste ihn an mich. Er würde mich auslachen, wenn er wüsste warum ich ihn angestarrt hatte oder er würde wahrscheinlich sauer sein. Klar dürfen sie sich hier einfach hinsetzen entfuhr es mir leise und ich hoffte er hatte es nicht gehört. Ich krallte meine Finger in meine Pulliearme und versank noch mehr in meiner Kaputze. Der durchdringliche Blick meines Gegenüber ließ mich erschaudern und ich fühlte mich wie ein kleines Kind, das jetzt gleich ärger von seiner Mutter bekommen würde.
Kann ich ihnen helfen Sir? fragte ich nach einer Weile ohne ihm in die Augen zu schauen, da er scheinbar darauf wartete, dass ich etwas sagte.
Es war so still man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Der Typ strotzte nur so vor Selbstvertrauen und so langsam fühlte ich mich nicht mehr wie ein kleiner Junge, sondern wie ein schwer Verbrecher in einem Verhörraum. Kein Weg führte an diesem blonden Mann mit dem durchbohrenenden Blick vorbei.


Zuletzt von Clary Black am Mi Jun 22, 2016 1:16 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Jace Baskin
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Di Jun 21, 2016 5:18 pm

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Es war nahezu amüsant, wie sie sich zuerst nach einem Ausweg umsah und beinahe unmerklich immer tiefer in ihren Stuhl rutschte, als ich mich auf sie zu bewegte. Ich genoss das Gefühl der Überlegenheit in jeder einzelnen Sekunde. Beim Pinguin war das nicht so intensiv gewesen, auch wenn Lemiuex mir trotz allem meiner Meinung nach unterlegen gewesen wäre, wenn ich nicht das Gespräch abgebrochen hätte. Wie auch immer.
Interessant, wie sie den Block schlagartig zuklappte und umklammerte wie ihren größten Schatz, als ich den Stuhl fallen ließ. Das machte sie nicht gerade weniger verdächtig. Sie hatte ziemlich sicher etwas geschrieben oder gemalt, was ich nicht sehen sollte- entweder etwas, dass über mich war, oder etwas, dass ihr einfach unglaublich peinlich war, so dass sie es auf keinen Fall zeigen wollte, selbst wenn sie die Person gar nicht kannte, die ihr da über die Schulter lugte.
Ich hörte den leisen Kommentar, als ich mich setzte und musste ein leises Lächeln unterdrücken. Vielleicht war hinter der schüchternen Fassade tatsächlich jemand freches zu finden, was mich dank ihrer Gestik und Mimik jedoch stark wundern würde. Immerhin verhielt sie sich, als würde jeder hier sie umbringen wollen oder sowas. Ich ignorierte daher die Worte, vor allem da das Mädchen wirkte, als bereue sie ihre Worte schon nach Sekunden, nach denen sie sie ausgesprochen hatte.
Ich ließ meinen Blick kurz über ihren Körper schweifen. Wirklich verwundert war ich nicht, dass ich weitere Anzeichen für Schüchternheit entdeckte. Hände in die Ärmel zurückgezogen, im Stuhl versunken, hinter der Kapuze versteckt, unsicherer Blick. Ich genoss kurz die Stille, bis sie sie unterbrach.
"Kann ich ihnen helfen, Sir?" , fragte sie. Dabei hatte sie nicht einmal die Courage, mir in die Augen zu schauen. Ich lehnte mich zurück und legte dabei mein Fußgelenk auf meinem Knie ab und meine Arme auf der Lehne. Zum ersten Mal schaute ich sie nicht mehr an, sondern auf meine Zehenspitze, die ungeduldig auf und ab wackelte. Dann atmete ich ein und antwortete, undurchsichtig wie immer.
"Mh. Ja, vielleicht. Wenn du mir nur schnell diesen Block aushändigen könntest... Ich als Polizist könnte ihn dir auch einfach wegnehmen, aber ich habe keine Lust auf Stress, also..." , als ich fertig gesprochen hatte, warf ich einen nahezu erwartungsvollen Blick zurück zu dem Mädchen. Ich ließ mit meiner Stimme keinen Widerstand zu. Ich wusste, dass ich momentan außer Dienst war, immerhin hatte ich einen freien Tag, und daher kaum ein Recht hatte, ihre Sachen zu durchwühlen, aber das ignorierte ich gekonnt. Ich hatte für den Notfall immer meine Dienstmarke dabei. So konnte ich beweisen, dass ich Polizist war, wenn ich meine Uniform gerade mal nicht trug- die waren ja auch wirklich hässlich.
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Clary Black
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Mi Jun 22, 2016 1:19 am

Clary Black
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Wie konnte ich nur denken, dass so ein selbstbewusster Mann vielleicht doch nett sein könnte, aber nein dieser hier hatte auch noch so einen Drang zum unverschämten, das man sich fragte wo die erziehung seiner Mutter gebliebenn war. Nicht nur, dass er sich ungefragt an meinen Tisch setzte, nein er dutzte mich auch noch, obwohl ich ihm mit dem Sir ganz klar zu verstehen gegeben hatte, dass ich ihn nicht als Freund oder Bekannten behandeln wollte. Ich war auch kein Kleinkind mehr und das sollte er wohl auch ohne eine Brille sehen können.
Als er mich nun fragte, ob ich ihm wohl meinen Block aushändigen wùrde, da ich es ja wohl eh musste, da er ja ein Polizist sei, hob ich nun entrüstet meinen Blick und schaute dem Blonden direkt in die erwartungsvollen Augen. Dann überlegte ich
Oh mist mir muss jetzt etwas ganz gutes einfallen, sonst muss ich ihm den Block wirklich geben. Überleg es muss doch irgendeine Regel geben an die sich selbst er halten musste Leicht biss ich mir auf den inneren Teil meiner Lippe und ging in gedanken durch meinen Geschichtsunterricht, in dem wir irgentwann mal durch die Rechte einer einzelnen Person gegenüber der Polizei gegangen waren. Mein Blick blieb an seinem Zeh hängen, den er auch von kurzer Zeit noch angestarrt hatte. Dieser wackelte auf und ab und es erinnerte mich an eine Uhr, eine Stop uhr. Plötzlich fiel es mir wieder ein, vor meinem inneren Auge konnte ich nun das Plakat sehen wo meine Lehrerin alle Rechte aufgeschrieben hatte.
Ein hoch auf mein fotografisches Gedächnis
Ich schaute nun wieder in die Augen des Blonden. Ein leichtes Lächeln huschte über meine Gesichtszüge. Eigentlich war es nicht ihre Art anderen Leuten zu wiedeesprechen und der Typ schien auch nicht wirklich auf einen Wiederspruch auszusein, aber er wollte nunmal das einzige Ding in meiner Welt haben, das ich noch nie zuvor einer anderen Menschenseele gezeigt hatte. Nichtmal meine Mutter durfte es sehen.
Ohne jetzt respeklos wirken zu wollen Sir... fing ich vorsichig an zu reden, betonte aber das Sir um nicht auf eine private Basis zu gehen. Ich habe Jura studiert und kenne meine Rechte sehr wohl ein kleine Notlüge sollte ihm nicht auffallen, schließlich sahen die meisten Menschen den Unterschied zwischen einer 17 Jährigen und einer Studentin meistens nicht, außer man hatte ein sehr geschultes Auge. Daher weiß ich auch das Sie einen bestimmten Grund haben müssen um meine Sachen durchsuchen zu können meine Stimme kam leider nicht ganz so sicher heraus wie ich es wollte und brach immer mal vor Aufregung. Ich ließ meinen Blick nun wieder zum Ausgang schweifen. Wenn sie also nichts dagegen haben, würde ich gehen Ich schaute wieder zu ihm und stand langsam auf.
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Mi Jun 22, 2016 7:22 pm

Jace Baskin
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Sie war nicht dumm, das musste man ihr lassen. Zwar war sie aufgrund ihres Alters zu hundert Prozent keine Jurastudentin, aber die Regel war nicht mal so falsch. Ich zeigte dies aber nicht. Sie konnte es so lange sie wollte versuchen- Ich würde gewinnen. Das tat ich immer. Ich hörte ihren Worten also leicht amüsiert zu. Das Wissen, dass sie hatte, konnte durchaus auch aus dem Unterricht kommen. Vermutlich kam es also auch daher- oder sie war einfach verdammt vorsichtig und hatte das auswendig gelernt.
Das leichte Lächeln, dass sie ach so selbstsicher zeigte, beeindruckte mich nicht im geringsten. Ich hatte gesehen, wie einfach ich sie einschüchtern konnte und hatte daher auch keine großen Sorgen, dass ich das erneut schaffen würde. Ein paar Blicke hatten vorher gereicht, das würde jetzt vermutlich nicht mehr funktionieren, aber ein paar Worte und ich könnte sie vermutlich wieder zum einknicken bringen. Hoffte ich.
Sie behielt die Höflichkeit bei, das gefiel mir irgendwie. Ich mochte es nicht, wenn Menschen respektlos waren- ich war nicht besser, das wusste ich- und es machte mich jedes Mal unglaublich aggressiv, wenn mich jemand dutzte, den ich nicht kannte. Da wurde ich wirklich ungemütlich- zuerst bissig, und dann, wenn es nicht besser wurde, auch gerne drohend oder sogar handgreiflich. Allerdings war ich allgemein eher der Typ, der Dinge durch eine kleine Prügelei löst anstatt durch Diplomatie. Trotz dem versuchte ich natürlich, nie unnötig auszurasten. das gelang mir auch für gewöhnlich. Ich war nicht so einer, der sich nicht gut genug unter Kontrolle hatte.
Dann kam die Aussage, die mir die Zuversichtlichkeit, dass ich noch immer die Oberhand hatte, durch das Aussprechen ihrer Rechte. Sie klang erneut eingeschüchtert, und vor allem, aufgeregt und nervös. Sie wollte wohl ruhiger sein- hatte nicht funktioniert. Aber das war normal. Ich hatte bewusst die Atmosphäre eines Verhörs aufgebaut und dabei wurden viele sehr leicht nervös. Menschen, die das nicht wurden, hatten entweder nichts zu verstecken und waren sich dessen mehr als bewusst oder hatten besonders viel Dreck am Stecken. Das Gegenteil, also die Menschen, die nervös wurden, war entweder komplett unschuldig oder hatte zumindest etwas mit der Sache zu tun, über die Verhört wurde.
Dann stand sie auf. Das gefiel mir nicht. Allerdings warf sie mir dabei einen Blick zu, als müsse sie erst um meine Erlaubniss fragen, auch ihre Worte gingen in die Richtung. Also streckte ich meinen Arm zwischen sie und ihren Weg zum Ausgang. "Tut mir Leid, wenn es dich stört, aber ich habe durchaus einen Grund. Du stehst unter Verdacht, mich zu beschatten, und daher muss ich dein Notizbuch anschauen und abchecken, dass du nichts wichtiges über mich geschrieben hast. Ich bitte dich daher nur noch einmal, mir das Notizbuch zu geben." , sagte ich ruhig und schaute sie dabei mit einem leichten triumphierenden Lächeln auf den Lippen. Ich wollte sie wirklich komplett dazu biegen, mir zu gehorchen. "Wenn nicht, dann können wir das gerne auch auf dem Revier klären, wenn dir das lieber ist- Ich würde mir gerne die Mühe sparen, dich mitzunehmen." , fügte ich daher noch an. Meine Stimme ließ den Kommentar beiläufig wirken und war komplett ruhig. Noch einmal scannte ich das Mädchen, stellte dabei aber fest, dass ich schon alles gesehen hatte, was ich sehen konnte und dass mir nichts neues mehr auffallen würde.

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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Do Jun 23, 2016 5:09 am

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Er schien mich nicht einfach so gehen lassen zu wollen, war ja auch irgendwie klar, hätte ich wissen müssen. Wahrscheinlich hätte ich einfach los laufen müssen, ich war eine gute Sprinterin, aber was wäre wenn er mir folgen würde. Ich konnte meine Eltern nicht in Schwirigkeiten bringen. Mein Blick heftete sich an seinen Arm, sollte ich mein Glück versuchen? Nein noch nicht ich hatte noch die Chance, ihn irgendwie von seiner Meinung abzubringen, aber wie?
Es fühlte sich seltsam an, wie seine graublauen Augen immer wieder über meinen Körper strichen. Wieder lief mir ein Schauer über den Rücken und ich setzte mich zurück in meinen Stuhl.
Die Tür immer im Augen wandte ich mich nun wieder dem Polizisten zu. Ob er gut laufen konnte? Nun musterte ich ihn genauer, ich hatte einmal einen Laden bestohlen, da hatte man mich nicht erwischt, aber ich war auch nicht stolz drauf. Aber dahmals hatte ich es für meinen schwer kranken Vater getan, er wäre gestorben hätte ich es nicht getan. Ich erwischte mich selbst wie sie etwas betrübt nach unten schaute. Schnell wischte ich den Gedanken beiseite Konzentriere dich Clary, das ist jetzt schon fast 3 Jahre her wieder glitt mein Blick über den Beamten, der noch nicht einmal wie einer gekleidet war. Mir fiel auf das er genau wie ich sehr dunkel gekleidet war. Seine blonden Haare sahen aus als wären sie gefärbt, da sie eine unnatürliche Farbe hatten. Auf seiner Brust sah ich Zeichen, die er sich scheinbar unter die Haut gestochen hatte. Ich wusste das ich sie schonmal irgendwo gesehen hatte, doch wo? Hätte ich jetzt Privatsphäre, würde ich sie zeichnen, dann würde ich mich wahrscheinlich erinnern. Mein Griff um meinen Zeichenblock wurde weniger verkrampft. Mein Gehirn speicherte jedes einzelnde seiner Tattoos, wahrscheinlich konnte ich mit dieser Gabe eine Karriere bei der Polizei haben, aber wenn die da alle so unfreundlich waren wie dieser Typ dann wollte ich das gar nicht.
Das selbstbewusstsein, dass der Mann aus strahlte, brachte mich irgendwie aus dem Konzept, es war schwer meine eigenen Gedanken zu denken, wenn man das Gefühl hatte, der Gegenüber wusste sie schon bevor man sie gedacht hatte.
Ich schaute wieder in seine Augen zuckte aber immer wieder nach links oder rechts weg um den Augenkontakt nicht zu intensiveren.
Wissen sie Herr ...? einen kurzen Augenblick dachte ich nach, ob ich nach seinem Nachnamen fragen sollte, entschied mich dann aber doch dazu erst später drauf zurückzukommen Ich hab diesen Block noch nie irgendjemandem gezeigt die Mitleidstour zog bei den meisten, doch bei diesem Herren wusste ich nichteinmal, ob sich das Wort Mitleid überhaupt in seinem Vokabular wiederfand. Also brauchte ich noch etwas anderes außerdem weiß ich nicht was sie in ihrer Annahme bestätigt, dass ich ihnen nachspioniere oder sie gar beschatte, schließlich ist dies ein öffentlicher Ort und wir leben in einem freien Land, wesshalb ich mir meine Umgebung doch sicher noch anschauen darf ohne gleich verdächtig zu wirken diesen Satz hatte ich irgendwann mal in einem Buch gelesen, dessen Namen mir entfallen war. Ich ließ meinen Zeichenblock in meinen Schoß sinken und hefte meinen Blick nun auf das Gesicht des Beamten und ließ ihn dort seine Kreise ziehen. Ich könnte das Bild von ihm nun um eine vielfalt von kleinen Merkmalen ergänzen säße ich hier nicht fest. Gerade die Augen hatte ich bei genauerem Hinsehen einen ticken zu dunkel gemalt. Ich schob meine Kaputze ein wenig nach hinten um besser sehen zu können.
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Jace Baskin
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Fr Jun 24, 2016 10:55 pm

Jace Baskin
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Interessant, wie sie reagierte. Allein der Arm schien auszureichen, um sie von einer Flucht abzuhalten- dabei war es nur ein Arm und wenn sie mit viel Schwung dagegen gerannt wäre, hätte sie nichts wirklich aufgehalten. So viel Kraft hatte ich dann auch wieder nicht. Aber der Arm schien genug Sperre für ihre Psyche zu sein. Ich hatte mal von diesem Trick gehört, von einem Reiter, der sein Pferd mithilfe einer dünnen Schnur von der Flucht abhalten konnte. Das Pferd hätte diese ohne Probleme überwinden können, aber die Schnur schien für das Tier eine Sperre darzustellen, weshalb es nicht wagte, einen Fluchtversuch zu starten. Dass das tatsächlich auch bei Menschen funktionierte, hätte ich nicht gedacht. Nun gut, ich war ja offensichtlich auch ziemlich einschüchternd, vielleicht lag es auch an meiner offensichtlichen Autorität.
Während sie sich also wieder setzte, musste ich ein leises Grinsen unterdrücken. Sie hatte mir gerade einen weiteren kleinen Sieg zugestanden. Meinem Ego und meinem Selbstbewusstsein kam das sehr zu Gute. Ich liebte es, wenn Menschen das taten, was ich von ihnen verlangte oder erwartete und bei ihr hier funtionierte das wunderbar. Es war, als könne ich sie lenken und ich hoffte, dass ich das nicht ändern würde.
So schaute sie mich eine Weile an. Nein, Moment, sie schaute nicht nur. Sie scannte mich, so wie ich es vorhin bei ihr getan hatte. Das Spiel hatte begonnen. Ich zweifelte nicht, dass sie die eine oder andere Sache über mich sehen würde- Zum Beispiel die fehlende Uniform, die unverdeckten Tattoos, vielleicht hatte sie auch vorhin das Buch gesehen und hielt mich nun fälschlicherweise für einen Christ, und bestimmt noch einiges mehr. Und tatsächlich schien sie mehr zu sehen. Ich erhaschte den kurzen, betrübten Blick und erneut durchlief mich eine schnelle Triumpheswelle. Sie sah etwas in mir, oder zumindest verband sie etwas mit mir, dass sie traurig machte. Wenn ich da etwas mehr herausfand, würde ich den Block sicherlich bekommen. Doch der Blick verschwand. Zu Schade. Sie hatte sich also wieder gefangen.
Und noch einmal wurde ich gescannt. Vielleicht würde sie über die Tattoos nachdenken, über meine Kleidung, meine Ausstrahlung, oder was auch immer- es konnte mir egal sein, immerhin hatte ich sie im Griff und nicht andersherum. Dann merkte ich etwas anderes.
Sie scannte mich kaum, eher sog sie jedes Detail auf, dass sie sehen konnte. Sie musterte genau, wie meine Tattoos aussahen, wendete sich dann wieder meinen Augen zu und ich meinte, Sie wagte es nicht, mir genauer in die Augen zu sehen. Das amüsierte mich beinahe.
Dann redete sie und ich hörte ihr zu, nicht sicher, ob ich über ihre worte belustigt oder wütend sein sollte. Ich entschied mich für keines der Beiden.
"Baskin, wenn es dich so brennend interessiert, wie mein Name ist. Du denkst doch nicht wirklich, es würde mich interessieren, ob schon mal jemand den Block angeschaut hat oder eben nicht? Mitleid funktioniert bei mir nicht, aber du kannst es gerne weiter versuchen. Und ich denke, wenn es um die Sicherheit der Leute geht, dann darf ich durchaus tun, was nötig ist. Aber da du ja darauf bestehst, dass du nichts zu verbergen hast, kannst du mir ja einfach den Block zeigen. Sobald sich mein Verdacht als unbegründet erwiesen hat, wirst du deine Ruhe haben. Und wenn eben nicht, dann kannst du es gerne weiter versuchen und ich werde dich, wenn es mir zu blöd ist, einfach mit aufs Revier nehmen. Nur zu deiner Information, du hast noch eine Minute, bis ich das ohne Kommentar tun werde. Ich werde diesen Block anschauen, ob du es willst oder nicht." , sagte ich ruhig und hob eine Augenbraue. Mal schauen, was sie darauf sagen konnte- vielleicht hatte ich ja endlich endgültig gewonnen. Wobei es durchaus Schade wäre. Gerade hatte es begonnen, Spaß zu machen.

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Clary Black
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Sa Jun 25, 2016 1:08 am

Clary Black
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Ihn schien es zu amüsieren, dass ich seinen Arm nicht einfach zu Seite stieß. In seinem Job schienen die Leute nicht ganz so nett zu sein, wie ich. Aber ich war auch kein Krimineller, auch wenn dieser Typ das immer noch zu denken schien oder er wollte einfach nur irgendwelche Psychospielchen mit mir spielen. Dachte er, dass nur weil ich schüchtern war und nicht so gut meine Meinung kommunizieren konnte, dass ich dumm war. Wenn er das wirklich dachte zog er seinen Vorurteile zu schnell.
Ich sah, wie er ein Grinsen verbarg und musste darüber selbst lächeln, denn wenn ich ehrlich war, war sein Gesicht so ausdruckslos wie das eines Fisches, ob er je lächelte? Sah nicht so aus und auch sonst war er nicht gerade der Typ von dem man eine fröhliche Aura erwartete. Hätte er sich nicht einfach zu mir gesetzt wäre er eine diese Personen, denen ich aus dem Weg gegangen wäre. Ich studierte weiter das Aussehen des Polizisten, das sich nicht geänderte hatte und ich bezweifelte noch irgendwas anderes zu finden, mir vielen nur noch kleinere Auffälligkeiten auf, die aber mehr oder weniger Nebensächlich wirkten: kurze Nägel, lange Finger, breite Brust und lange Beine. Alles Merkmale, die ihm das Image eines guten Läufers gaben, das einzige Defizit was er vielleicht haben könnte, war seine Größe, doch diese konnten viele Menschen gut wettmachen. Also musste ich einen Platz finden wo kleine wendige Leute, mehr Vorteile hatten, als Große. Dies war in der Stadt gar nicht so einfach, besonders da sie nur noch eine Minute hatte, bevor er sie zum Revier bringen würde und dort war eine Flucht fast unmöglich.
Er wusste er hatte mich im Griff, zumindest so lange wir in diesem Café waren. Wie konnte ich den Spieß umdrehen ohne das er es merkte, ich musste ihm das Gefühl geben, er hätte vollkommene Kontrolle, erst dann, wirklich nur dann hatte ich eine Chance meinen Block für mich zu behalten. Meine Augen schauten sich flüchtig im Raum um, dann sah ich wieder auf seine Füße. Ich versuchte meine Körperhaltung noch mehr einknicken zu lassen, was mir nicht sehr schwer viel, da ich nur an seine blaugrauen Augen denken musste, um mich wieder so klein zu fühlen wie eine Maus, die vor einem Elefanten stand. Ich senkte meinen Kopf, wobei mir eine Strähne rotbraunes Haar ins Gesicht fiel. Ich strich sie zurück in meine Kapuze und sah nun von unten hoch zu ihm. Ich versuchte so eingeschüchtert wie möglich aus zu sehen und hoffte er würde es nicht bemerken, aber wieso sollte er es bemerken, er dachte wahrscheinlich sowieso ich unterlege ihm um weiten. Wahrscheinlich war das auch so zumindest körperlich, aber wenn man seine Karten richtig spielte.
Mr Baskin ich habe gelernt, dass man in jedem Menschen nach etwas gutem suchen muss, auch in ihnen. Ich lächelte zaghaft Dennoch haben sie recht, die Gesellschaft muss gesichert werden und ich bin sehr froh das sie ihren Job so ernst nehmen sagte ich mit unsicherer StimmeUnd deshalb sollten Sie wieder die wahren Bösewichte jagen fügte ich in ihrem Kopf hinzu und hätte gerne meine Augen verdreht behielt aber einen unschuldige Maske auf dem Gesicht. Jedoch denke ich das Revier wäre besser, da ich nicht möchte, dass noch andere Leute ich schaute zu dem Kellner meinen Block sehen Ich biss mir auf die Lippe. Einen Moment ließ sie eine Pause, dann schaute ich auf meine Beine und machte ein etwas verzogenes Gesicht.
Ich hasse es einen Beamten warten zu lassen, doch ich muss davor noch schnell auf die Toilette. das war der älteste Trick der Welt, nur gut das jedes Café Klo ein Fenster hatte. Ich... ich habe nämlich... meine... Meine Stimme brach, und ich tat so als wäre es mir peinlich das Wort zu sagen.
Ich stand wieder auf, nahm meinen Rucksack hoch und steckte meinen Block hinein. Ich brauch den! Hab meine Sachen da drin. erklärte ich und fügte noch hinzu Die ich im Bad dann brauche um keine Zweifel zu lassen.
Ich stand auf und warf ihm noch einmal einen fragenden Blick zu, dann versuchte ich vorsichtig seinen Arm zur Seite zu schieben.


Zuletzt von Clary Black am Sa Jun 25, 2016 4:14 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Jace Baskin
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Sa Jun 25, 2016 10:01 am

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Schon wieder scannte sie mich. Ich wusste, dass es dieses mal nicht dieses mustern, sondern ein wirkliches scannen war. Man erkannte es an der Art, wie sie einen anschaute. Solange sie mich lediglich genau anschaute, erkannte man, dass sie gezielt einzelne Stellen meines Körpers, hauptsächlich meines Gesichts, musterte- und dabei jedes Detail anschaute und dabei aussah, als würde sie es sich einprägen. Interessant. Wofür sie das tat, war mir schleierhaft. Vielleicht, damit sie mich später wieder erkannte, damit sie wusste, wen sie vor sich hatte, aber jedenfalls nicht, um Informationen herauszufinden. Aber jetzt, in diesem Moment, schaute sie mich anders an. Sie scannte mich, dabei versuchte sie, Dinge an mir zu sehen, die etwas über mich aussagten. Mehr als das, was ich zeigte, würde sie nicht sehen. Ich wusste durch meine Ausbildung, wie ich diese winzigen Merkmale, die manche hatten und die einen gerne verrieten, verdecken konnte und somit für andere nicht zum Anhaltspunkt werden ließ.
Irgendwann gab sie es also auf. Sie rutschte noch mehr in sich zusammen, und mich wunderte, dass das überhaupt möglich war. Sie resignierte, gab auf, aber das gefiel mir nicht. So schnell würde niemand aufgeben. Entweder hatte sie etwas ausgeheckt oder sie hatte einen äußerst schwachen Charakter. Ich tippte auf letzteres. Ich bezweifelte, dass sie innerhalb der kurzen Zeit, in der sie mich gescannt hatte, irgendwas über mich herausfinden hatte können, das ihr nun einen entscheidenden Vorteil verpasst hatte- ich war nahezu überzeugt, dass das nicht sein konnte. Aber Alternative zwei erschien mir auch nicht viel logischer, vor allem, da das ganze ein wenig unecht wirkte. Man sah es, denn eben noch hatte sie versucht, Stärke und Mut zu zeigen, und nun wagte sie es nicht einmal mehr, mir in die Augen zu schauen. Gut, das war davor auch nicht viel besser gewesen. Dann fiel mir ein Zitat ein, dass hier ziemlich gut passte. Wenn man das Unmögliche ausgeschlossen hat, muss das, was übrig bleibt, egal wie verrückt es scheint, die Wahrheit sein. Sherlock Holmes, die Wissenschaft der Deduktion. Hier konnte ich eigentlich ausschließen, dass sie wirklich eingeknickt war- aber dass sie tatsächlich eine Idee hatte, glaubte ich nicht. Deshalb ignorierte ich den Tipp des "Consulting Detective", wie Sherlock Holmes sich gerne nannte, und nahm ihr ab, dass sie so schüchtern war.
Sie unterbrach mich in meinen Gedanken mit Worten. Aufmerksam hörte ich ihr zu, und musste unterdrücken, laut loszulachen, als sie meinte, sie würde nach etwas gutem bei mir suchen. Das klang albern, als ob ein kleines Kind einen überreden wollte, ihm einen Lolli zu geben. Und dann diese Komplimente im nächsten Satz. Wenn sie mir schmeicheln wollte, versagte sie gerade nach Strich und Faden. Ich war kein so arroganter Gockel, dass ich mich von derartigen Worten so einfach rumkriegen ließ. Arrogant war ich, das gab ich zu, aber so arrogant dann auch wieder nicht.
Und dann kam sie damit. Was für ein naives Mädchen sie doch war. Die Tatsache, dass sie offensichtlich einen weiteren Fluchtversuch startete, bewies mir nur, dass Mr. Holmes doch Recht gehabt hatte. Offensichtlich plante sie etwas. Wie naiv ich gewesen war, ihr das abzunehmen- aber wenigstens war ich noch dahinter gekommen. Ich ließ mir nichts anmerken. Es war nun an mir, zu verhindern, dass sie einfach verschwinden konnte- und ich würde ein schönes Spiel daraus machen.
Nun versuchte sie sanft, meinen Arm loszuwerden. Sie schien sich nicht richtig zu trauen, wirklich zu schieben, oder sie wollte den Eindruck wahren- mal schauen, was sich da machen ließ.
"In Ordnung... Ich gebe dir fünf Minuten, wenn du bis dahin nicht zurück bist, sorge ich dafür, dass du in spätestens zwei Tagen in Untersuchungshaft bist. Und glaub mir, ich bekomme das hin." , sagte ich. Dann nahm ich den Arm zur Seite und ließ sie passieren. Mal schauen, was sie vorhatte. Ich vermutete, sie würde trotzdem versuchen, abzuhauen- aber darauf wäre ich vorbereitet.

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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Sa Jun 25, 2016 4:32 pm

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Baskin nahm seinen Arm zur Seite, was mich, wenn ich ehrlich war, ein bisschen überraschte. Ich ging vorsichtig an ihm vorbei, immer auf der Hut das er mich doch noch stoppen würde, aber er schien mich wirklich gehen zu lassen. Ich sparte mir auf seine Drohungen zu reagieren und nickte nur ein wenig. Ich schlenderte zwischen den Stühlen hindurch und suchte mit den Augen nach einem Schild auf dem "Restrooms" stand. Ich erhaschte es auf der anderen Seite des Cafés, besser konnte es nicht laufen, das hieß dass, das Fenster wahrscheinlich zur anderen Seite raus ging. Langsam öffnete ich die Tür und schaute mich flüchtig nach dem Polizisten um, dann ließ sie die Tür hinter mir zu fallen und verschoss sie von innen, um ihm zumindest ein kleine Barriere zu stellen.
Ich scannte den Raum ab und erblickte das Fenster über den Waschbecken, das scheinbar in einen Hinterhof zu führen schien. Die Zeit lief, er würde mir 5 minuten geben, dann würde ihm auffallen das ich nichtmehr da war. Ich schoss mich noch einmal schnell im Klo ein und began meine schwere Kleidung abzulegen und in meinen Rucksack zu stopfen. Als erstes waren meine Stulpen dran, dann mein dicker Pullover unter dem noch ein schwarzes T-Shirt trug auf dessen Rückseite "bye Hater" in weißer Druckschrift geschrieben war. Ohne die Kapuze des Pullover fielen mir meine rotbrauen Locken wild über die Schultern, aber ich machte mir nicht die Mühe sie in einen Pferdeschwanz zu binden. Ich kam aus dem Klo herraus und schaute noch einmal in den Spiegel. Es war keine gute Idee vor einem Polizisten wegzulaufen, aber aufgeben und eingesperrt werden für eine Tat die sie nicht begangen hatte...NIEMALS. Schießlich würde dieser Typ wahrscheinlich ohnehin glaube sie hätte ihn ausspioniert wenn er das Bild sehen würde.
Dennoch wollte ich ihm irgendetwas hinterlassen, irgendwas das ihn dran erinnern würde das er mich nicht geschnappt hatte. Ich überlegte kurz und zog dann meinen Zeichenblock herraus. Schnell zeichnete ich eins seiner Tattos, das mir am meisten aufgefallen war, auf das weiße Blatt Papier, um es herum malte ich Flammen die es zu verschlingen schienen und einen Vogel mit einem Zeichenblock im Schnabel, der davon flog. Darunter schrieb ich in geschwungender Schrift "Wo man Gefahren nicht besiegen kann, ist Flucht der Sieg Johann Gottfried Seume (1763 - 1810)" Das Blatt legte ich unter das Waschbecken, dann kletterte ich hinauf und öffnete leise das Fenster. Ich zog die Nachmittagsluft ein und schmiss meinen Rucksack aus dem Fenster, dann zwängte ich mich selbst durch das Fenster, doch ziemlich eng für mich war.  Als ich auf den Bürgersteig purzelte legte ich mich für ein paar selkunden auf den Rücken und starrte in den Himmel, war es wirklich richtig was ich hier tat? Ich beschloss ich weiter darüber nach zu denken und hiefte mich hoch. Noch einmal schaute ich mich um, dann lief ich in Richtung der großen Straße und in die entgegengesetze Richtung des Cafés davon. Soviel zu entspannt einen Kaffee trinken weil man eine gute Arbeit geschrieben hatte

Tbc. ---- Nebenstraße
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Jace Baskin
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BeitragThema: Re: Café Obscurité   Mo Jun 27, 2016 11:15 am

Jace Baskin
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Ich wartete. Eine Minute, zwei, drei. Ich wusste natürlich, dass sie nicht mehr zurückkommen würde. Das war die einzige logische Erklärung gewesen. Ich wollte ihr lediglich einen kleinen Vorsprung geben, damit die Sache wenigstens ein wenig fair ablief. Leise schaute ich auf meine Uhr und ein leises Lächeln flog über meine Lippen. Ich freute mich auf die folgende Verfolgungsjagd. Es würde spannend werden- und da ich die Stadt wie meine Westentasche kannte, sie vermutlich auch, würde es auch lustig sein. Dreieinhalb Minuten waren verstrichen. Ich beschloss, dass das genug Vorsprung sein sollte und stand langsam auf. Ihren Kaffee und meinen Espresso zahlte ich, indem ich ohne Worte einen 10 Euroschein auf den Tisch legte und die Bierglasunterleger daraufstellte. Dass das viel zu viel Geld war, wusste ich. Fünf Euro hätten gereicht. Da ich es Lemieux aber nicht ganz einfach gemacht hatte, würde ich ihm ein gewisses Trinkgeld hinterlassen- ich mochte arrogant sein, aber als ungerecht wollte ich bei niemandem gelten.
Nachdem ich das Geld sicher verstaut hatte, ging ich pfeifend zum Ausgang. Bevor ich jedoch das Gebäude verließ, stellte ich sicher, dass ich wusste, wo ich suchen musste, indem ich noch einmal das Café von innen scannte und mir die Position der Damentoiletten einprägte, damit ich das richtige Fenster auf der Außenfassade finden konnte. Dann verschwand ich.

Tbc: Nebenstraße

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